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Im Zeichen der Lilie
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Kunst im Dienste des Königs
Während der Regierungszeit Ludwigs XIV. bestand die Aufgabe der schönen Künste vor allem darin, Ruhm und Herrlichkeit des Königs als Staatsmann, Feldherr und Mäzen weit über die Grenzen des Landes hinaus zu verbreiten. Die Druckgraphik eignete sich besonders für diese Bestimmung: Leicht zu transportieren, in großen Mengen herzustellen, wurde sie einzeln oder kostbar gebunden verkauft und stand dezidiert in politischen Diensten. Stiche nach Gemälden aus der Sammlung des Königs, Ansichten seiner Paläste, Abbildungen seiner militärischen Erfolge avancierten zu erstklassigen Prestigeobjekten.

Blütezeit des Kupferstichs auf höchstem technischen Niveau
1660 befreite Ludwig XIV. die Kupferstecher von den Regeln der Handwerkszunft und erhob sie in den Rang freier Künstler. Ab 1663 konnten sie in die königliche Akademie aufgenommen werden, die eine einheitliche Ausbildung und damit ein außerordentlich hohes technisches Niveau sicherstellte. Die präzisen und zugleich sinnlichen Stiche von Gérard Edelinck, Robert Nanteuil, Pierre Drevet oder Jean Audran trugen mit ihren subtil abgestuften Tonalitäten, ihrer raffinierten Lichtregie und den differenziert ausgearbeiteten Oberflächen zur Herausbildung eines vorbildlichen französischen Stils maßgeblich bei.

Eine aktuelle Position des Kupferstichs
Der Kupferstecher Anton Würth (*1957) hat sich mit der ästhetischen Qualität französischer Stiche des Barocks eingehend auseinandergesetzt. Drei seiner Arbeiten fließen als künstlerischer Gastbeitrag in die Ausstellung ein.

Zur Ausstellung ist ein Katalog mit Texten von Christien Melzer und Anton Würth erschienen (96 Seiten, rund 100 Abbildungen, 12,- Euro, ISBN 978-3-935127-33-2).